| Veranstaltung: | Mitgliederversammlung am 6. Juni 2026 |
|---|---|
| Status: | Beschluss |
| Beschluss durch: | Mitgliederversammlung |
| Beschlossen am: | 06.06.2026 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Mensch und Umwelt im Fokus: Braunschweig wird fit für die Klimazukunft
Text
Die Klimakrise ist auch in Braunschweig längst spürbar. Viele Menschen merken
das direkt im Alltag, wenn die Sommer heißer werden, Böden austrocknen oder
starker Regen zur Belastung wird. Dabei geht es beim Klimaschutz nicht um etwas
Abstraktes. Es geht um uns, um unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und darum,
wie gut wir hier auch in Zukunft leben können. Für uns ist klar: Eine
lebenswerte Stadt und der Schutz unserer Umwelt gehören zusammen. Klimaschutz
und Klimaanpassung sind kein Selbstzweck. Sie helfen ganz konkret dabei, den
Alltag für alle besser zu machen. Gleichzeitig geht es darum, unsere natürlichen
Lebensgrundlagen zu bewahren, die Artenvielfalt zu schützen und
verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umzugehen.
Wir machen unsere Stadt widerstandsfähig, mit mehr Grün, nachhaltigem
Wassermanagement und einer spürbar höheren Aufenthaltsqualität. So entwickeln
wir Braunschweig Schritt für Schritt weiter zu einem Ort, an dem jede*r auch
morgen noch gut leben und sich wohlfühlen kann – im Einklang mit Natur, Umwelt
und den Bedürfnissen der Menschen.
Mehr Grün, Wasser und Schatten für ein besseres Stadtklima
Wir wollen unsere Stadt so gestalten, dass sie gut mit den Folgen des
Klimawandels umgehen kann. Dafür setzen wir auf Lösungen, die das Stadtklima
verbessern und die Lebensqualität spürbar erhöhen. Grünflächen, Wasser und eine
kluge Planung spielen dabei eine zentrale Rolle.
Grüne Lungen in der Innenstadt: Wir reduzieren versiegelte Flächen
konsequent. Am Schlossplatz und am Bohlweg setzen wir auf eine mutige
Begrünung und Entsiegelung. Unter Berücksichtigung von Denkmalschutz und
Veranstaltungsnutzung schaffen wir Schattenoasen und Grüninseln, die das
Stadtklima verbessern und zum Verweilen einladen.
- Pocket-Parks und Tiny-Forests: Auch kleine Flächen bewirken Großes. Wir
verwandeln graue Restflächen in lebendige kleine Parks oder kleine Wälder.
Begrünte Innenhöfe und bepflanzte Baumscheiben verbessern das Mikroklima
und die Wohnqualität direkt in den Quartieren. Sie steigern so die
Attraktivität der Viertel und der Innenstadt insbesondere für Familien und
Senior*innen.
Das Prinzip der „Schwammstadt“: Wir machen Braunschweig zum
Wasserspeicher. Regenwasser soll versickern und gespeichert werden, statt
ungenutzt abzufließen. Bei Neubauten und Sanierungen fordern wir
verbindliche Standards für grüne Dächer, wasserdurchlässige Beläge und
Regenwasserrückhalt - als Schutz vor Starkregenfolgen und zur Kühlung der
Stadt.
Hitzeschutz als Querschnittsaufgabe: Wir bereiten Braunschweig auf
Hitzeperioden vor. Durch mehr Bäume, begrünte Fassaden, Trinkbrunnen und
Wasserflächen schaffen wir Kühlung dort, wo Menschen zusammenkommen - in
der Innenstadt, an Haltestellen und vor sozialen Einrichtungen. Diese
Maßnahmen bündeln wir in einem stadtweiten Hitzeschutzkonzept.
Gesunde und regionale Ernährung fördern: Wochenmärkte, Stadtteilgärten,
Foodsharing, Ernährungsbildung und Initiativen gegen
Lebensmittelverschwendung wollen wir stärken. In städtischen Einrichtungen
wollen wir den Anteil regionaler, saisonaler, biologischer und
klimafreundlicher Lebensmittel erhöhen.
Naturnahe Gewässer: Renaturierte Gewässer kühlen die Stadt auf natürliche
Weise und erhöhen den Erholungswert und die Aufenthaltsqualität für alle
Braunschweiger*innen.
Nachhaltigkeit vernetzen: Das Nachhaltigkeitszentrum (NHZ) ist der Motor
für lokale Klimaprojekte. Das vielfältige Engagement des NHZ für Themen
wie Nachhaltigkeit, Energieberatung sowie die Information über Umwelt-,
Klimaschutz und Ernährung in unserer Stadt wollen wir langfristig sichern
und setzen uns für die dauerhafte Finanzierung dieser wichtigen
Einrichtung ein.
Städtische Gesellschaften klimaneutral ausrichten: Auch die städtischen
Gesellschaften müssen ihren Beitrag zu einem klimaneutralen Braunschweig
leisten. Wir wollen unseren kommunalen Einfluss nutzen, um Klimaschutz,
Energieeffizienz und nachhaltige Investitionen konsequent voranzubringen.
Das gilt insbesondere für BS Energy als zentralen Akteur der Energie- und
Wärmewende in Braunschweig.
Umwelt, Artenvielfalt und Lebensqualität: Unsere Naturgüter schützen
Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist eine zentrale Aufgabe der
kommunalen Politik. Wir bewahren die biologische Vielfalt, schonen Ressourcen
und machen Natur für alle Braunschweiger*innen erlebbar - mit konkreten
Maßnahmen, die vor Ort wirken und die Menschen mitnehmen.
Biologische Vielfalt - Lebensräume vernetzen und stärken: Unser Ziel ist
es, Braunschweig als Refugium für Tiere und Pflanzen zu sichern. Wir
schaffen zusammenhängende Lebensräume statt isolierter Inselflächen.Wir
sorgen für den Ausbau des Biotopverbunds durch den Ankauf von Flächen
sowie durch das Schaffen grüner Korridore und naturnaher Randstreifen.
Gleichzeitig entwickeln wir Parks und Grünanlagen als ökologische
Vorbilder und setzen uns für eine naturnahe Pflege ein.
- Naturnahe Gewässer: Die fortschreitende Renaturierung von Gewässern im
Stadtgebiet wollen wir weiter unterstützen. Sie leistet einen wichtigen
Beitrag zum Artenschutz. Gleichzeitig erhöhen sich Erholungswert und
Aufenthaltsqualität für alle Braunschweiger*innen.
Braunschweiger Wälder schützen und erweitern: Wir wollen, dass städtische
Wälder ökologisch und klimaresilient bewirtschaftet und Wildnisflächen
gesichert werden. Zudem prüfen wir, wie Waldflächen im städtischen
Eigentum erhalten, erweitert und besser mit Biotopen und Naherholung
verbunden werden können.
Erhalt von Streuobstwiesen: Wir sichern wertvolle Biotope wie Streuobstwiesen
und entwickeln Maßnahmen für einen starken Baumschutz, um die grüne
Überschirmung unserer Stadt zu bewahren. Zudem setzen wir uns für
Neupflanzungen, auch von Obstbäumen auf städtischen Grünflächen ein
- Baumbestand sichern und ausbauen: Wir entwickeln Maßnahmen für einen
starken Baumschutz, um die grüne Überschirmung unserer Stadt zu bewahren.
Wir wollen die Beratung zum Baumschutz und das Programm „Unser
Baumreich(es) Braunschweig“ weiter ausbauen. Bei Bauprojekten setzen wir
uns für eine positive Baumbilanz ein.
Baumbestand sichern und ausbauen: Wir entwickeln Maßnahmen für einen
starken Baumschutz, um die grüne Überschirmung unserer Stadt zu bewahren.
Wir wollen die Beratung zum Baumschutz und das Programm „Unser
Baumreich(es) Braunschweig“ weiter ausbauen. Bei Bauprojekten setzen wir
uns für eine positive Baumbilanz ein.
Baumschutzsatzung: Wir setzen uns für eine Baumschutzsatzung zum Schutz
zum Schutz großer und alter Bäume ein, wie sie in vielen Städten und
Landkreisen bereits gilt. Sie soll Bäume auch auf privaten Flächen vor
ungerechtfertigter Fällung schützen und sicherstellen, dass bei
genehmigten Fällungen Ausgleichs- oder Ersatzpflanzungen erfolgen.
Erhalt von Streuobstwiesen: Wir sichern wertvolle Biotope wie
Streuobstwiesen und setzen uns für eine langfristige Pflege ein. Zudem
setzen wir uns für Neupflanzungen, auch von Obstbäumen, auf städtischen
Grünflächen ein.
- Schottergärten umwandeln: Die ohnehin verbotenen Schottergärten lehnen wir
ab. Wir wollen, dass die Stadt Braunschweig Gartenbesitzer*innen
entsprechender Gärten berät und die Umwandlung vorantreibt.
Ausgleichsflächen wirksam sichern: Ausgleichsflächen dürfen nicht nur auf
dem Papier bestehen. Wir wollen Pflege, ökologische Qualität und
dauerhafte Funktion von Ausgleichsflächen dokumentieren, kontrollieren und
langfristig sichern.
Pestizidfreie Stadt: Die Stadt Braunschweig und ihre Gesellschaften sollen
auf chemisch-synthetische Pestizide verzichten und ökologische
Pflegekonzepte für Grünflächen, Sportflächen und Verkehrsflächen
weiterentwickeln.
Natur erlebbar machen: Naherholung und Umweltbildung
Naturschutz wird dann wirksam, wenn Menschen ihn verstehen und vor Ort erleben
können. Deshalb stärken wir Angebote der Umweltbildung und schaffen mehr
Möglichkeiten, Natur im Alltag zugänglich zu machen.
Zentren der Umweltbildung: Wir fördern Einrichtungen der Umweltbildung wie
das Haus Entenfang und verknüpfen Renaturierungsprojekte mit Naherholung.
Stadtteilgärten fördern: Wir unterstützen integrative Gartenprojekte und
fördern das Engagement für lokale Ernährung und Gemeinschaft - unabhängig
davon, ob bereits klare Trägerschaften bestehen oder sich neue Initiativen
auf den Weg machen.
Starke Partnerschaften: Wir sichern die zukunftsfähige Förderung der
Naturschutzverbände und arbeiten eng mit Expert*innen vor Ort zusammen.
Kreislaufwirtschaft - Ressourcen klug nutzen
Ressourcen sind begrenzt, deshalb wollen wir ihren Verbrauch deutlich reduzieren
und vorhandene Materialien besser nutzen. Mit einer starken Kreislaufwirtschaft
im Sinne der „circular cities“ setzen wir auf Wiederverwendung, Reparatur und
Recycling – und verankern diese Prinzipien auch direkt in den Stadtteilen, damit
sie im Alltag leicht nutzbar sind.
Recycling leicht gemacht: Wir setzen uns für mehr Abgabestellen für
Elektroschrott und unkommerzielle Kleiderspenden innerhalb der Quartiere
ein. Das Zuführen von Materialien und Produkten in eine weitere Verwendung
oder “Entsorgung” in die kommunale Abfallwirtschaft muss - als Kreislauf -
unkompliziert sein. Die regionale Wiederverwendung und -aufbereitung
gewerblicher Stoffströme fördern wir durch geeignete Maßnahmen in den
Quartieren.
Teilen statt Kaufen: Wir unterstützen die Einführung und Förderung von
Tauschbörsen für wiederverwendbare Güter (wie Technikartikel,
Baumaterialien u.s.w.), um gebrauchten Gütern ein zweites Leben zu
schenken.
Teilen statt Kaufen: Wir fördern den Ausbau von Repair-Cafés, in denen
Alltagsgegenstände gemeinsam repariert werden, sowie von
Büchertauschregalen im öffentlichen Raum und Pflanzentauschbörsen für
Samen und Setzlinge. Darüber hinaus setzen wir uns für den Aufbau von
kommunalen Leihstellen für Werkzeug und Technik ein. All diese Angebote
stärken den Zusammenhalt in der Nachbarschaft und schonen Ressourcen.
Mehrweg statt Einweg: Wir fördern Mehrwegsysteme sowie die systematische
Umsetzung auch bestehender Vorgaben. Um Verpackungsmüll zu reduzieren,
setzen wir uns für die Einführung einer Verpackungssteuer ein.
Nachhaltige Landnutzung
Flächen sind eine begrenzte Ressource und stehen unter vielfältigem
Nutzungsdruck. Wir setzen uns dafür ein, sie verantwortungsvoll zu nutzen und
Natur, Landwirtschaft und Stadtentwicklung in Einklang zu bringen.
Ökolandbau fördern: Wir stehen hinter den Zielen des "Niedersächsischen
Weges" und fordern einen konsequenten Ausbau des Ökolandbaus. Wir wollen,
dass landwirtschaftliche Flächen im Besitz der Stadt ökologisch
bewirtschaftet werden. Pachtverträge sollen dafür schrittweise in
ökologische Bewirtschaftung überführt oder neu an entsprechend
wirtschaftende Betriebe vergeben werden.
Kluger Flächenschutz: Wir priorisieren Entsiegelung und den Schutz
hochwertiger Böden. Bei Zielkonflikten mit dem Wohnungsbau setzen wir auf
transparente und kluge Abwägungsprozesse gemeinsam mit den betroffenen
Gruppen.
Tierschutz
Tiere sind Teil unserer Stadt und verdienen Schutz und Respekt. Wir setzen uns
für einen verantwortungsvollen Umgang mit Haus- und Wildtieren ein und stärken
den Tier- und Artenschutz vor Ort.
Ehrenamtliche Tierschutzbeauftragte: Wir wollen, dass - ähnlich zu den
„Naturschutzbeauftragten“ - ehrenamtliche Tierschutzbeauftragte eingesetzt
werden. Wir stehen zum Verfassungsrang des Tierschutzes und wollen dazu
mit der Verwaltung umfassende Tierschutzkonzepte entwickeln und umsetzen.
Stadttaubenkonzept: Wir setzen uns für eine Verstetigung des
Stadttaubenkonzepts ein. Dabei soll die Zahl der Stadttauben sanft
reduziert werden und den hier bereits ansässigen Tieren ein
tierschutzgerechtes Leben ermöglicht werden.
Solidarität im Tierschutz: Wir stehen fest an der Seite der
Tierschutzvereine und bündeln Förderungen, um eine wirksame Versorgung von
schutzbedürftigen Tieren sicherzustellen und gleichzeitig die Arbeit der
Vereine zum Gemeinwohl anzuerkennen.